So ungewöhnlich wie die
Startaufstellung war, gestaltete sich beim Großen Preis von Brasilien auch der
Ausgang des MotoGP-Rennens. Während Bridgestone-Pilot Makoto Tamada seinen
ersten Sieg feierte, sahen die beiden WM-Führenden Valentino Rossi und Sete
Gibernau nicht die Zielflagge.
In einem fulminanten Endspurt verwies Tamada Pramac-Honda-Teamkollege Max Biaggi und Repsol-Honda-Werkspilot Nicky Hayden auf die nächsten Plätze. Alex Hofmann belegte auf seiner Kawasaki ZX-RR einen sehr guten elften Platz.
Bei strahlend blauem Himmel sahen die Zuschauer auf dem Nelson-Piquet-Kurs, 30 km westlich von Rio de Janeiro, ein ganz außergewöhnliches Rennen. Telefonica-Honda-Fahrer Gibernau stürzte schon in der zweiten Runde und auch Rivale Rossi musste in der 13. Runde nach einem Vorderradrutscher mit nachfolgendem Sturz aufgeben.
Von Beginn an hatte Biaggi die Spitze übernommen, konnte sich aber nie absetzen. In den ersten Runden blieben dem Römer Hayden, Barros, Roberts, Rossi und Tamada dicht auf den Fersen. Barros und Roberts konnten das Tempo an der Spitze nicht mitgehen und Rossi, der trotz großer Fahrwerksprobleme ganz dicht an das Führungsduo Biaggi/Hayden herangekommen war, eliminierte sich durch einen seiner seltenen Stürze selber.
Zehn Runden vor dem Ende waren die Karten klar verteilt. Biaggi führte knapp vor Tamada und Hayden. Der Japaner gab sich mit Platz zwei nicht zufrieden. Drei Runden vor der Zielflagge griff der Honda-Pilot das gelbe Motorrad von Biaggi an und ging vorbei. Nur eine Runde später hatte Tamada, im Vorjahr auf der gleichen Strecke Dritter, schon einen kleinen Vorsprung herausgeholt, den er bis zum Ziel nicht mehr aus den Händen gab. Die lange Siegesserie von Michelin ging damit zu Ende. Hayden hatte den Kampf um den Sieg schon vorher aufgegeben und sicherte sich den dritten Platz.
Biaggi erkannte die Leistung des Siegers fair an. „Tamada war sehr schnell, da konnte ich nichts machen. Ich habe alles versucht, doch ich war am Limit“, meinte der Italiener, der in der WM bis auf 13 Punkte an das Führungsduo herankam und den Titelkampf noch spannender machte. Hayden gab sich mit Platz drei zufrieden. „Es war sehr schön, da vorne mitfahren zu können. Ich hatte das gar nicht erwartet. Ich freue mich riesig über dieses Podium“, meinte der 22-jährige US-Amerikaner.
Das Ende der Durststrecke scheint Ducati in Sicht zu haben. Loris Capirossi fuhr nach einer grandiosen Leistung mit Platz vier sein bestes Saisonergebnis heraus. Barros hingegen war enttäuscht. Nur Platz fünf vor eigenem Publikum. Poleman Kenny Roberts fuhr auf einen sauberen siebten Platz.
Ergebniss:
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1. |
Makoto Tamada (JPN)
Honda |
44.21,976 |
(Quelle: MotoGrandPrix.de)