Italien jubelt: Valentino Rossi gewinnt verrücktes Abbruchrennen - Sete Gibernau verteidigt WM-Führung

 

Verrückter hätte der Große Preis von Italien in der MotoGP-Klasse nicht sein können. Sieger des Abbruchsrennens wurde Lokalheld Valentino Rossi vor WM-Spitzenreiter Sete Gibernau und Max Biaggi.

 

Harte Fights, viele Führungswechsel und ein Abbruch wegen Regens prägten in der Königsklasse eines der unterhaltsamsten Rennen des Jahres. An der Spitze wurde gleich nach dem Start hart um die vorderen Plätze gefightet. Während Polesitter Gibernau nur auf den siebten Platz in die erste Kurve einbog, hatte Rossi vor Capirossi und Biaggi die Führung übernommen. Die Stars aus Italien waren also gleich vorne. Doch Capirossi musste sich schnell aus der Spitzengruppe verabschieden.

 

Nach sieben Runden hatte sich an der Spitze mit Rossi, Tamada, Biaggi und Gibernau eine Vierergruppe gebildet. Am Ende der langen Startgeraden wechselten sich die Führenden aufgrund der Windschattenduelle ständig ab. Unglaublich stark zeigte sich der Bridgestone-Pilot Tamada, der auch einige Male die Führung übernahm. Manchmal war die Spitzengruppe so nah beieinander, dass sie unter einem Handtuch gepasst hätten. Die begeisterten Fans auf den voll besetzten Rängen in Mugello kamen angesichts solcher Bilder voll auf ihre Kosten.

 

Neun Runden vor dem Ende war aus dem Vierkampf ein Zweikampf zwischen Rossi und Gibernau geworden, ganz wie der Italiener es im Vorfeld vermutet hatte. Biaggi musste abreißen lassen und der unglückliche Tamada war wegen eines Defekts an seiner Honda ausgeschieden.

 

Dann öffneten sich fünf Runden vor dem Ende ein wenig die Himmelsschleusen, Rossi und Biaggi hoben die Hand, was zum Abbruch des Rennens und einer 20-minütigen Pause führte. Sechs Runden fehlten noch, und die mussten nachgeholt werden. Doch welche Reifen nehmen? Slicks oder Regenreifen? Nass war die Strecke zwar nicht, aber über den Hügeln der Toskana hingen tiefschwarze Wolken.

 

Dann war das Desaster komplett. Kurz nach dem Neustart fing es wieder zu regnen an, wobei fast alle Fahrer Trockenreifen aufziehen hatten lassen. An der Spitze lag mit Ruben Xaus auf der D´Antin-Ducati ein ganz unerwarteter Fahrer. Dahinter folgten Bayliss, Barros, Gibernau und Rossi. Sogar Aprilia-Pilot Shane Byrne konnte mit der Spitzengruppe mithalten.

 

Plötzlich tauchte der „Doktor“, der zunächst sehr verhalten auf der teils trockenen, teils nassen Piste gefahren war, an der Spitze auf. In die letzte Runde ging Rossi mit einem kleinen Vorsprung auf Gibernau und Biaggi. In dieser Reihenfolge gingen die drei WM-Führenden dann auch übers Ziel.

 

Einen ganz schweren Crash musste Shinya Nakano hinnehmen. Auf der Zielgeraden stürzte der Kawasaki-Werksfahrer bei fast 300 km/h und flog wild durch die Luft. Die Ursache des schweren Sturzes soll ersten Vermutungen zu Folge ein Reifendefekt gewesen sein. Aus gesundheitlicher Sicht folgte glücklicherweise schnell die Entwarnung. Teamkollege Alex Hofmann heimste auf Platz 14 noch zwei Punkte ein.

 

 

Ergebniss:

 

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Valentino Rossi (ITA) Yamaha
Sete Gibernau (SPA) Honda
Max Biaggi (ITA) Honda
Troy Bayliss (AUS) Ducati
Ruben Xaus (SPA) Ducati
Alex Barros (BRA) Honda
Norifumi Abe (JPN) Yamaha
Loris Capirossi (ITA) Ducati
Marco Melandri (ITA) Yamaha
Shane Byrne (GBR) Aprilia
Neil Hodgson (GBR) Ducati
Colin Edwards (USA) Honda
Nobuatsu Aoki (JPN) Proton KR
Alex Hofmann (GER) Kawasaki
Michel Fabrizio (ITA) Harris WCM
Jeremy McWilliams (GBR) Aprilia
Andrew Pitt (AUS) Moriwaki

12.06,803
+ 00,361
+ 01,540
+ 01,771
+ 02,782
+ 02,389
+ 05,446
+ 06,842
+ 06,228
+ 07,461
+ 09,198
+ 09,048
+ 14,636
+ 48,201
+ 50,409
+ 56,572
+ 59,267

 

(Quelle: MotoGrandPrix.de)

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