Die MotoGP-Klasse hält, was
sie verspricht. Nach einem tollen Vierkampf setzte sich Sete Gibernau beim
Großen Preis von Frankreich gegen Carlos Checa, Max Biaggi und Valentino Rossi
durch. Für Alex Hofmann gab es unterdessen kein Happy-End. Der
Kawasaki-Werksfahrer schied in der sechsten Runde mit Motorschaden aus, übrigens
dem dritten vom Wochenende. „So wird das nichts“, schimpfte Hofmann. „Das
Problem muss schnellsten gefunden werden, sonst brauchen wir in Mugello gar
nicht anzutreten“.
Während der deutsche MotoGP-Fahrer sich zu Recht ärgerte, hatten die Fans allen Grund zur Freude. Die drei WM-Führenden sowie Checa lieferten sich einen sehenswerten Fight, den Gibernau gewann und damit seinen Vorsprung im Gesamtstand nach drei Rennen auf 10 Punkte Vorsprung vor Biaggi und 14 Zählern auf Rossi ausbaute. Kleine Überraschung am Rande: Die ersten sechs Fahrer im Training kamen im Rennen in der gleichen Reihenfolge ins Ziel.
Gauloises-Yamaha-Pilot Carlos Checa ging nach dem Start in Führung und konnte diese auf dem 4,180 km langen Le-Mans-Kurs bis zur 11. Runde verteidigen. Ein kleiner Fehler des Spaniers genügte Gibernau, um die Führung zu übernehmen. Im gleichen Moment verlor Rossi seinen dritten Platz an Biaggi. Doch entschieden war noch gar nichts, denn diese vier Fahrer trennten nur zwei Sekunden voneinander.
Während Gibernau seinen Vorsprung auf Checa nur leicht ausbauen konnte, machte Rossi in Runde 15 einen kleinen Fehler, der den Anschluss an Biaggis Honda kostete. Die Lücke zu schließen, war sichtbar schwer, doch der fünffache Weltmeister robbte sich wieder an seinen Landsmann heran.
Sechs Runden vor dem Ende war noch nichts entschieden. Die Siegchancen der vier Fahrer waren nach wie vor intakt. Doch in der 21. Runde machte der Spanier an der Spitze ernst und ließ mit einem Rundenrekord eine kleine Lücke zu seinen Verfolgern entstehen, die letztendlich zum Sieg ausreichte. Spannend wurde aber noch der Kampf um den dritten Podiumsplatz, für den Biaggi und Rossi ein hohes Risiko eingingen. Einige Male befand sich der Yamaha-Pilot in Schlagdistanz, doch die etwas schnellere Honda gab dann doch den Ausschlag für Biaggi.
Stimmen der Podiumsfahrer
„Ich hatte anfangs Probleme mit dem Reifen und konnte das Tempo an der Spitze zunächst nicht mitgehen“, erklärte Biaggi. „Doch gegen Ende des Rennen haftete der Reifen besser, weshalb ich versucht habe, Checa noch einzufangen. Doch letztendlich war das Risiko doch zu groß und ich habe meinen dritten Platz verteidigt“.
Carlos Checa, der nach langer Zeit noch einmal auf dem Podium stand, war glücklich über seinen zweiten Platz. „Wir haben bei Yamaha große Fortschritte gemacht. Ich hoffe, dass dieses gute Ergebnis mir für die weiteren Rennen den Rücken stärken wird“.
Sieger Gibernau hatte Fieber, doch das störte ihn nicht allzu sehr. „Wenn man fährt, verdrängt man das“, meinte der 31-jährige Spanier, der in Le Mans seinen siebten GP-Sieg feierte. „Das Team hat sehr gute Arbeit geleistet und auch die Reifen haben sehr gut funktioniert. Danke an Honda und Michelin. Wir müssen aber noch viel lernen. Wir sind noch nicht am Ziel unserer Träume“, räumte der Spanier bescheiden ein.
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1. |
Sete Gibernau (SPA)
Honda |
44.22,750 |
(Quelle: MotoGrandPrix.de)