Valentino Rossi hat das Unmögliche wahr gemacht. Der 25-jährige Italiener krönte
sich ein Rennen vor Saisonende in Australien zum sechsten Mal in seiner Karriere
zum Weltmeister. Darauf hätten nach seinem Wechsel im Frühjahr von der
überlegenen Honda zu Yamaha nicht viele gewettet. Für Yamaha war es nach 12
erfolgslosen Jahren in der Königsklasse der erste Titel.
Gemäß seinen Geflogenheiten krönte Rossi sich mit einem Sieg zum Weltmeister 2004. Ungläubig schüttelte der Titelverteidiger in der Auslaufrunde den Kopf. Er konnte seinen Triumph selber nicht glauben. „Es ist ein unfassbares Gefühl, mit der Yamaha Weltmeister geworden zu sein“, sprudelte die Freude aus ihm heraus. „Es war ein fantastisches Jahr, und heute erfolgte die Krönung. Alle im Team haben hart an diesem Erfolg gearbeitet. Ich möchte jeden Einzelnen danken.“
Etwas getrübt wurde die Siegesfeier durch Rossis seltsames Benehmen gegenüber Sete Gibernau. Mit dem Spanier hatte er sich von der ersten bis zur letzten Runde einen grandiosen Fight geliefert. Lange führte der Telefonica-Honda-Fahrer, nur kurze Zeit Rossi, ehe auf der 4,448 km langen Strecke von Phillip Island die letzte Runde anbrach. Gibernau hatte die Führung inne, doch schon in der ersten Kurve ging Rossi vorbei. Eine Kurve später verbremste sich der Italiener, so dass Gibernau wieder vorne war. Doch Rossi ließ nicht locker, obwohl er auf Nummer sicher den zweiten Platz hätte einfahren können, der ebenfalls zum WM-Titel gereicht hatte. Doch der Italiener griff wieder an, und diesmal blieb er bis zur Ziellinie vorn. Das Dilemma an der Geschichte war, dass Rossi seinen spanischen Rivalen während der Siegeszeremonie und beim anschließenden Interview völlig ignorierte. Dabei sagte Gibernau ganz fair, dass „Valentino in diesem Jahr der bessere war und verdient Weltmeister ist.“ Doch der Italiener reagierte nicht, sah dem sichtlich verwirrten und enttäuschten Gibernau nicht mal an.
Einen schönen dritten Rang feierte unterdessen Loris Capirossi. Der 31-jährige Italiener steuerte seine Ducati nach vielen Problemen in diesem Jahr erstmals aufs Podium, und das in einem eng umkämpften Pulk von sechs Fahrern. „Das war ein hartes Jahr für uns. Ich freue mich riesig über den dritten Platz“, meinte der dreifache Weltmeister aus Bologna mit einem breiten Lachen im Gesicht.
Für Alex Hofmann ging das Rennen auf Platz 13 zu Ende. Der Kawasaki-Werksfahrer konnte seinen verheißungsvollen achten Startplatz nicht verteidigen und wurde immer weiter nach hinten gereicht.
Ergebniss:
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1. 11. 12. 13. 14.
15. 17. 18. 19. 20. 21. 22. |
Valentino Rossi (ITA) Yamaha Sete Gibernau (SPA) Honda Loris Capirossi (ITA) Ducati Colin Edwards (USA) Honda Alexandre Barros (BRA) Honda Nicky Hayden (USA) Honda Max Biaggi (ITA) Honda Makoto Tamada (JPN) Honda Troy Bayliss (AUS) Ducati Carlos Checa (SPA) Yamaha Ruben Xaus (SPA) Ducati Shinya Nakano (JPN) Kawasaki Alex Hofmann (GER) Kawasaki Jeremy McWilliams (GBR) Aprilia John Hopkins (USA) Suzuki Gregorio Lavilla (SPA) Suzuki Norifumi Abe (JPN) Yamaha Neil Hodgson (GBR) Ducati Nobuatsu Aoki (JPN) Proton KR Nicky Hayden (USA) Honda Youichi Ui (JPN) Harris WCM James Ellison (GBR) Harris WCM |
41.25,819 + 00,097 + 10,486 + 10,817 + 10,851 + 12,210 + 12,847 + 12,965 + 18,607 + 21,245 + 23,173 + 25,718 + 35,137 + 45,155 + 45,197 + 52,205 + 52,665 + 1.11,394 + 1 Runde + 1 Runde + 1 Runde + 3 Runden |
(Quelle: MotoGrandPrix.de)